ALS INSTALLATEUR FÜR SANITÄR SELBSTSTÄNDIG MACHEN

Seit dem Jahre 2003 gibt es den Beruf des Sanitär-Installateurs (Gas- und Wasserinstallateurs) nicht mehr. Durch die Handwerksreform werden die Tätigkeiten dieses Berufsfeldes dem Aufgabenbereich der „Anlagemechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ mit „Fachrichtung Gas-Wassertechnik“ zugeschrieben.

Laut den Zahlen diverser Statistiken gibt es hierzulande über 51.000 Handwerksbetriebe, deren Aufgaben unter anderem die Sanitärinstallation ist. Allerdings gibt es keine Angaben darüber, wie viele dieser Betriebe sich tatsächlich mit dem Sanitärbereich beschäftigen. Tatsache ist, dass durch den demografischen Wandel viele Wohnungen altersgerecht umgebaut werden müssen und Sanitär-Installateure sehr gefragt sind.

Das Bundesministerium für Naturschutz, Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit nimmt an, dass drei Millionen altersgerechte Wohnungen bis zum Jahr 2030 gebaut werden. Geschätzt beträgt das Investitionsvolumen etwa 50 Milliarden Euro. Ein Teil davon ist für den Aus- und Umbau von Badezimmern notwendig. Daher haben Personen, die sich als Sanitärinstallateur selbstständig machen wollen, gute Voraussetzungen für eine zufriedenstellende Auftragslage, und demzufolge auch für eine erfolgreiche Existenzgründung.

Markt- und Konkurrenzlage richtig einschätzen

Normalerweise ist für Sanitärinstallateure die Auftragslage äußerst gut, auch wenn es manchmal größere regionale Unterschiede gibt. In strukturschwachen Gebieten gibt es zwar kaum Konkurrenz, allerdings fällt die Frage nach Sanitärinstallateuren auch relativ gering aus. In den Einzugsgebieten großer Städte fällt die Nachfrage hingegen so groß aus, dass sie die Leistungsfähigkeit der ansässigen Firmen sogar übersteigt.

Im Berufsfeld der Sanitärinstallation sollten sich potenzielle Gründer daher lieber in der Umgebung von großen Städten niederlassen. Darüber hinaus sollten vor der tatsächlichen Gründung noch folgende Fragen beantwortet werden:

  • Was ist meine Zielgruppe?
  • Welche Leistungen soll ich anbieten?
  • Was zeichnet meinen Betrieb aus? Was ist das Alleinstellungsmerkmal?
  • Wie viele Häuser und Wohnungen werden in absehbarer Zeit in meiner Umgebung gebaut?
  • Wie viele renovierungsbedürftige Häuser gibt es in der Nähe?

Aufgaben eines Sanitär-Installateurs?

Die Hauptaufgabe eines Anlagemechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind zum einen der Rohrbau, und zum anderen der Einbau von sanitären Einrichtungen. Des Weiteren zählt mittlerweile auch das Spektrum von alternativen Energiequellen zu seinem Aufgabenbereich. Ein Sanitärinstallateur sollte ebenfalls dazu in der Lage sein, seine Kundschaft bei Energieeinsparungsmöglichkeiten beraten zu können.

Die Installation von Solaranlagen, sowie deren Reparatur- und Wartungsarbeiten sollten von einem Sanitärinstallateur ebenso durchgeführt werden können. Zumindest, wenn der Kundenkreis möglichst groß sein soll.

Fachliche Voraussetzungen

Alles, was mit dem Zusammenbau und der Installation von Rohrleitungsanlagen zu tun hat, fällt in das Tätigkeitsfeld von Gas- und Wasserinstallateuren. Darüber hinaus werden von ihnen sämtliche Geräte und Anlagen aufgestellt, die der Funktion der sanitären Haustechnik und den Gasheizungsanlagen dienen. Damit übernimmt der Installateur eine große Verantwortung, da fehlerhaft eingebaute Rohre zu Überschwemmungen und anderen Wasserschäden führen können. Außerdem sind Sonderkenntnisse in der Schweißtechnik für jeden Sanitärinstallateur unabdingbar.

Voraussetzung Meisterbrief

Bei der Arbeit von Installateuren und Heizungsbauern handelt es sich um ein zulassungspflichtiges Handwerk – verzeichnet in Anlage A der Handwerksordnung. Jeder, der sich in diesem Gewerk selbstständig machen möchte, muss eine bestandene Meisterprüfung vorweisen können. Die Zulassung für eine Selbstständigkeit in diesem Bereich kann auch im Rahmen von Sonderregelungen erlangt werden.

Kosten für eine Neugründung

Im Regelfall wird durch Sanitärinstallateure verschiedene Handelsware bei Kunden eingebaut. Große Dinge wie Waschbecken, Toiletten und Duschtassen werden von den Herstellern meist selbst auf die Baustelle geliefert. Ein Installateur muss eigentlich nur mit Kleinteilen und Werkzeugen zur Baustelle kommen. Darum erweist sich ein kleines Lager meist als ausreichend. Der Kapitalbedarf wird von einem Businessplan genau zusammengestellt. Bei der Erstellung eines solchen Plans helfen entweder ein Gründungsberater oder die zuständige Handwerkskammer. Um Fördermittel oder Kredite zu erhalten, ist der Kapitalbedarf die Basis.

Grundausstattungskosten

Meistens werden die Rechnungen der Kunden erst einige Monate nach Abschluss der Arbeiten bezahlt. Aus diesem Grund benötigt jeder Betrieb dieser Art ein gewisses finanzielles Polster. Im Regelfall ist ein Startkapital von ca. 50.000 Euro ausreichend, um Zeiten ohne eingehende Zahlungen überstehen zu können.

Fahrzeug

Damit größere Gegenstände wie zum Beispiel eine Toilette transportiert werden können, benötigt ein Sanitärinstallateur ein ausreichend großes Fahrzeug. Ideal sind Kleinkastenwagen wie der Citroen Berlingo, oder der Opel Combo.

Leasing Sonderzahlung

Bei einer Gründung gilt folgender Grundsatz: Lieber Leasen als Kaufen. Als Finanzierungsinstrument schont das Leasing die Zahlungsfähigkeit. Darüber hinaus kann die Leasing Sonderzahlung als Betriebsausgabe von der Steuer abgesetzt werden. Die besagte Sonderzahlung ist eine einmalige Zahlung an den Leasinggeber beim Abschluss eines Leasingvertrages. Die Höhe dieser Zahlung richtet sich sowohl nach dem Kaufpreis des benötigten Fahrzeugs als auch nach der Bonität des Leasingnehmers.

Des Weiteren dürfen Unternehmen, die der Einnahmen-Überschussrechnung unterliegen, die Leasingsonderzahlung vollständig als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen. Das hat unter anderem den Vorteil, dass die Höhe der zu zahlenden Steuern im Anschaffungsjahr reduziert werden kann.

Bei einem Fahrzeug in den genannten Ausmaßen kann man mit einer Sonderzahlung von etwa 1.000 bis 5.000 Euro rechnen.

Fahrzeugeinrichtung und Innenausbau

Kleinkastenwagen bringen eine begrenzte Ladekapazität mit sich. Damit im Auto genug Platz für den Transport von größerem Baumaterial vorhanden ist, kann ein Modulblock angeschafft werden. Wenn auch Schweißarbeiten in den Aufgabenbereich fallen, dann gehört in die Fahrzeug-Ausstattung auch ein Gasflaschenhalter.

Wenn ein Modulblock einseitig angebracht wird, entsteht der Vorteil, dass stets eine große Ladefläche frei verfügbar ist. Der Preis eines solchen Ausbaus liegt etwa bei 1.500 bis 2.500 Euro. Bei mehreren Anbietern gibt es Fahrzeuginneneinrichtungen für Handwerker. An diese kommt man häufig direkt über die Autohäuser.

Werkzeug

Sanitär-Installateure sind für den Bau, die Wartung und Installation von Rohrleitungsanlagen, sowie Gasheizungen und Anlagen der sanitären Haustechnik zuständig. Rohre und Bleche aus Stahl, sowie weitere Einbauteile sind das Material für die Arbeiten. Zu den Werkzeugen gehören folgende Geräte:

  • Rohrzangen
  • Messwerkzeuge
  • Druckmessgerät
  • Schweißanlagen
  • Wasserwaage

Mindestens 1.500 Euro sollten für die Werkzeug-Grundausstattung eingeplant werden.

Arbeitskleidung

Zu den Arbeiten von Sanitärinstallateuren gehören zum Großteil Handarbeiten. Meist befinden sich die Einsatzorte in zugigen und unbeheizten Rohbauten, oder auf Gerüsten und Leitern. Ihre Arbeiten müssen sie oft auf den Knien ausführen. Des Weiteren besteht beim Schweißen eine Belästigung durch verschiedene Gase. Eine Gefahr zu erblinden, besteht ebenfalls.

Es gibt keine typische Arbeitsbekleidung für Installateure. Häufig werden kornblaue Latzhosen verwendet, die auch beim Bücken nicht verrutschen. Damit der Handwerker immer das wichtigste Werkzeug in Reichweite hat, sind Westen oder Arbeitsjacken mit vielen Taschen ebenfalls empfehlenswert. Für kältere Orte (zum Beispiel Rohbauten) eignet sich eine atmungsaktive Fleecejacke besonders gut.

Kleiner Tipp: Um die Seriosität des Betriebs zu unterstreichen, sollte auch ein Firmenaufdruck gut auf der Arbeitskleidung zu sehen sein. Das hilft dabei, das benötigte Equipment als Berufsbekleidung von der Steuer abzusetzen.

Für Schweißarbeiten braucht der Installateur eine Schutzbrille oder eine Art Schild. Darüber hinaus sollten noch Staubmaske, Arbeitshandschuhe, sowie Augen- und Gehörschutz Teil seiner Ausrüstung sein. Die Kosten für Arbeitskleidung und Ausrüstung belaufen sich auf etwa 300 bis 500 Euro.

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